Mein Besuch in Kuala Lumpur
Hier kommt wie versprochen der nächste Artikel. Momentan befinde ich mich im erste Klasse Abteil eines KTM Wagens (Intercity Zug) auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Singapur, aber ich erzähle ersteinmal was ich bisher so erlebt habe.
Am Mittwoch bin ich wie beschrieben mit dem Bus nach Kuala Lumpur gefahren. Mein Gepäck ist zwar Mittwoch Abend in Singapur eingetroffen, aber ich habe beschlossen mir nicht noch einen Tag von dem blöden Rucksack verderben zu lassen und mir also das Ticket für umgerechnet etwa 15 Euro gekauft. Leider sind in Singapur gerade Ferien und so gab es nur noch Tickets für Nachmittags. Also musste ich den restlichen Tag anderweitig verbringen. Nachdem ich ein wenig im sogenannten „Textil Center“ in den vielen kleinen Geschäften gestöbert habe, die alle erdenklichen Arten von Stoffen verkauften, bin ich zur Jama-Ath Moschee gelaufen. Irgendwie war dort aber nicht gerade viel los, und einfach in eine Moschee reinstifeln wollte ich auch nicht. Also bin ich ein wenig weitergewandert und habe das „Malayan Heritage Center“ entdeckt. Ein kleiner Gebäudekomplex mit einem ruhigen, parkähnlichem Garten inmitten der betriebsamen Großstadt. Nach mehreren gescheiterten Versuchen mein Funknetzwerk mit dem kostenlosen Singapurer Netz zu verbinden, entschied ich mich auch ein wenig Kultur zu genießen, und das Museum im Gebäude einmal anzuschauen.
Zum Museum selbst gibt es nicht wirklich viel zu schreiben. Die Einrichtung ist modern, die Klimaanlage funktioniert super und die Angestellten sind freundlich und hilfsbereit wie überall hier in der Stadt. Ausgestellt wird ausnahmslos alles was im Laufe der Jahre irgendwo auf der Insel ausgebuddelt wurde, oder älter als 30 Jahre ist ;-)
Angefangen bei traditionellen Paddelboten, Dolchen und Zeitungsartikeln über Blechkannen, Hochzeitskleider und Videokameras. Nach großzügigen 30 Minuten hat man eigentlich alles gesehen und gelesen was ausgestellt wird. Also wieder raus in die drückende Hitze.
Ich entschied mich die Wartezeit im schönen und wirklich ruhigen Park des Museums zu verbringen, jedoch machte mir der tropische „Regenschauer“ einen Strich durch die Rechnung. Ich habe selten soviel Wasser in so kurzer Zeit vom Himmel fallen sehen. Der Pavillion der mir als Regenschutz diente tat seinen Dienst auch nicht gerade gut und so bin ich schnellstmöglich wieder ins Textil Center gerannt, habe mir einen Eiskaffee genehmigt und so die restliche Zeit überbrückt.
Der Bus war wirklich sehr modern und man hatte extrem viel Platz (viel mehr als in deutschen Reisebussen), da nur 3 Sitze in einer Reihe sind. Außerdem war der ganze Bus nur für 8 Leute unterwegs, man konnte sich also wirklich breit machen.
Der Regen hörte bis Abends nicht auf, was den Busfahrer jedoch nicht sonderlich störte. Gottseidank konnte ich den Tachometer nicht sehen, aber ich schätze, dass der Busfahrer ununterbrochen 110-120 km/h gefahren ist. Wohlgemerkt stand die Straße ungelogen etwa 15 Zentimeter tief voll Wasser und die Sicht war auch eher Bescheiden. Meine Unruhe steigerte sich weiter als wir an einem Unfall vorbeigelotst wurden, an dem zwei Reisebusse kollidiert waren. Ob es Verletzte gab konnte ich so schnell nicht sehen, die Busse waren jedoch ziemlich ramponiert. So ein Unfall wäre bei uns der erste Bericht in der Tagesschau, hier scheint das niemanden zu interessieren. Allgemein ist die Art des Verkehrs hier eher mit „Hara Kiri“ als mit „vorausschauendes Fahren“ zu beschreiben. Bei der eben beschriebenen Wettersituation fuhren die Motorradfahrer (die grundsätzlich keine andere Spur als den Standstreifen benutzen) mit unverminderter Geschwindigkeit (auch etwa 80 bis 100 km/h) durch die riesigen Wasserlachen auf der Fahrbahn.
Endlich in Kuala Lumpur angekommen entdeckte ich auch direkt die eindrucksvollen Petronas Towers und den wunderschön beleuchteten Menara Kuala Lumpur (einen Funkturm).
Als ich aus dem Bus ausstieg wurde ich direkt von einem „freundlichen“ Taxifahrer begrüßt, der mich förmlich in sein Taxi zerrte. Durch meinen Reiseführer vorgewarnt, fragte ich nach dem Taximeter, jedoch faselte der Fahrer in irgendeiner Sprache die ich nicht verstand. Als ich dann nach dem Preis für die Fahrt sagte, meinte er nur „30“ (30 Malayische Ringgit entsprechen etwa 8 Euro). Das war natürlich viel zu viel – als ich ihm sagte er solle doch anhalten und mich rauslassen, ging er auf 20 Ringgit runter. Da ich aufgrund der späten Stunde und des unbekannten Viertels auch keine Lust hatte noch ein anderes Taxi zu suchen lies ich mich auf die 20 Ringgit ein und der Fahrer kutschierte mich zu meinem Hostel.
Die Gegend in der das Hostel lag war nicht gerade die beste, und eine Ecke weiter war direkt einer der berühmten Nachtbasare.
Als ich dann eingecheckt habe und mein kleines Einzelzimmer (mit Klimaanlage) für umgerechnet 12 Euro pro Nacht bezogen habe, machte ich mich noch auf eine kleine Erkundungstour durch den Stadtteil auf.
Ein unglaublicher Gestank lag über dem Nachtmarkt, der wahrscheinlich von überreifen Durianfrüchten herrührte (ein interessanter Artikel über die Durian findet sich bei Wikipedia). Alle drei Meter versuchte ein Einheimischer sein „Restaurant“ zu bewerben – eine sehr aufdringliche Sache. Dazwischen verkehrten Fahrräder, Rikschas und Taxis, und immer hatte man seine Wertsachen im Hinterkopf. Nach 10 Minuten hatte ich endgültig genug von dem Markt und machte mich wieder auf den Rückweg, wobei ich Ratten sah, die so groß waren, dass selbst die Katzen vor ihnen Angst hatten. Was die Hygiene angeht sind die Leute hier nicht unbedingt zimperlich – für einen Europäer der blitzblanke Küchen, Hygienevorschriften und Gesundheitskontrollen gewöhnt ist eine wirklich krasse Umstellung.
Die Nacht schlief ich gut und stand am nächsten Morgen zeitig auf. Ich wollte doch auf die Petronas Tower und Kuala Lumpur besichtigen.
Also ab in das nächste Taxi (natürlich wieder ein gefaktes, ohne Taximeter) und für zehn Ringgit (man teilt so pi mal Daumen durch vier um den Europreis zu erhalten) in die Innenstadt gefahren.
Als ich direkt an den Petronas Towern ausstieg war der Anblich schon überwältigend. Im ersten Untergeschoss habe ich mich dann in die lange Schlange eingereiht und für 10.15h Tickets bekommen. Die Zeit bis dahin habe ich damit verbracht mir das Museum und den Souvenirladen anzuschauen. Um viertel nach zehn bekam ich dann ein rotes Bändchen und durfte mir eine Vorstellung im 3D Kino ansehen (eigentlich nichts weiter als ein Werbefilm der Petronas Company) bevor es dann durch eine Sicherheitskontrolle (Gepäck Röntgen, Metalldetektor) in den Aufzug ging. Nach 40 Sekunden Fahrt erreichten wir die 44 Etage und stiegen auf 147 Metern über dem Erdboden aus. Der Blick von der Brücke zwischen den Towern war einfach unglaublich – ich muss da auch nicht viel zu schreiben, denn die Fotos sagen eigentlich alles.
Danach besuchte ich das in den Türmen eingebaute Einkaufszentrum und bummelte ich weiter durch die Straßen um am Hard Rock Café für den André ein T-Shirt zu kaufen und den Weg zum Menara KL (der Funkturm) zu suchen.
Nach einem wirklich schweißtreibenden Aufstieg zur Basisplatte des Turmes kaufte ich für unverschämte 20 Ringgit (Die Petronas Skybridge war kostenlos) eine Eintrittskarte und fuhr die schlappen 250 Meter mit dem Aufzug in die Höhe. Auch hier braucht man nicht mehr viel zu zu schreiben, Fotos sind auch online.
Anschließend fuhr ich mit der Monorail zum Hauptbahnhof um mir ein Zugticket für die Rückfahrt zu kaufen. 68 Ringgit bezahlte ich für die erste Klasse. Ein anschließender Besuch der vielen kleinen Flohmärkte bescherte mir ein paar neue Kleidungsstücke und einen Rucksack.
Da ich durch das viele Laufen doch sehr müde war ging es zurück ins Hostel wo ich ersteinmal eine runde schlief und mir dann mit dem Hostelbesitzer das Deutschlandspiel angeschaut habe (3.00h Nachts). Zuvor hatte ich eine scheinbar überreife Durian probiert, die, laut Wikipedia in diesem Zustand nach Terpentin schmecken soll, jedoch wirklich ekelerregend war und ich mich fast übergeben musste – also habe ich den Magen mit einem malayischen “Tiger” Bier beruhigt. Um kurz nach sechs klingelte auch schon wieder der Wecker und ich fuhr mit der Monorail zum Bahnhof wo ich auf den Zug wartete.
Die erste Klasse Abteile sind recht geräumig und gut klimatisiert. Jedoch ist die Reisegeschwindigkeit weder mit den Zügen in Deutschland, noch mit dem Bus mit dem ich nach Kuala Lumpur gefahren bin zu vergleichen. Mit geschätzten 80 Stundenkilometern tuckerte ich durch das malayische Hinterland und knipste schöne Fotos. Zu gerne wäre ich an einer der Zwischenstationen ausgestiegen, aber dafür reichte leider die Zeit nicht.
Wieder in Singapur angekommen führte mein erster Weg zum Flughafen um mein Gepäck in Empfang zu nehmen. Danach ging es mit dem Flughafenshuttle in Richtung Hostel, wo ich auf einem 10 Bett Zimmer einquartiert bin. Die Besitzer hier sind sehr nett und das Haus ist sauber (man darf nur barfuß laufen) und ordentlich.
Jenny
oh man bin ganz schön neidisch nach den ganzen schönen bildern :) bekomm schon arges fernweh :D in Finnland wachsen ja leider keine palmen (nur noch 19 tage aah)
Freut mich aber das du jetzt auch endlich dein Gepäck hast dann kanns ja endlich richtig los gehn!
wünsch dir noch ne schöne zeit!
Jun 22, 2008 @ 12:47
Jenny
aso wollt ich dir auch noch sagen… also in finnland haben wir jetzt definiv internet nach dem ganzen hin und her mit der unterkunft war das ja alles nich mehr so klar.
hab im internet sogar nen forum von den bewohnern gefunden
http://www.akt4.net/forum/index.php
also wir wohnen dann in antti korpin tie 4 :)
Jun 22, 2008 @ 12:54
Nico
Servus!
Hoffe bei Dir ist alles Takko?! Das ist ja eigentlich ne schöne Landschaft. Man kann wirklich neidisch werden. =) Tu mir bitte einen Gefallen und bring mir nichts undefinierbares zu Essen mit, okay? Laut deiner Beschreibung werde ich das nicht überleben. =)
Lass es Dir gut gehen.
Grüße Nico
Jun 22, 2008 @ 16:31
DaveOst
hey, klasse jenny, dann klappt das mit dem skypen ja doch…
@nico
der neue artikel ist in arbeit, und der toppt alles bisher dagewesene -.- macht euch auf was gefasst.
ich versuche jetz erstmal vom flughafen wegzukommen hier
hab auch schon ne eigene telefonnummer hier in australien, stelle die nachher mal rein
Jun 23, 2008 @ 00:25
Nikolaus
Klasse David,
alle dir bisher in den Weg gestellten Probleme hast du mit Bravour gemeistert.
Inzwischen hast du ja dein erstes Ziel in Australien erreicht
und kannst dich nun hoffentlich etwas ausruhen, bevor es ans
“Geldverdienen” geht.
Lass dich dort bloß nicht von einem Hai beißen !!!!
Freuen uns auf den nächsten Bericht deiner Tour.
Hier in unserem kleinen Europa nicht viel neues, außer das
wir dich um deine Erlebnisse irre beneiden.
Mach weiter so !!!!
Deine Heimatmannschaft von der Provesthöhe 30.
Magdalena,Micha,Mama und Papa.
Jun 23, 2008 @ 08:19