Daves traveler blog

Goodbye Thunderbolt

Heute ist der vorletzte Tag auf der Thunderbolt Farm – vorerst. Wir machen jetzt quasi Urlaub und fahren zuerst auf Gegenbesuch bei Yvonne und Jennifer aus Wallangarra, dann nach Brisbane. Dort treffen wir Tina, eine gute Freundin von Sonja. Dann geht es weiter östlich, auf die Insel Nort Stradbroke Island. Dort soll ein schöner Nationalpark sein, und es gibt bestimmt viel zu sehen. Je nach Budget und Zeit geht es dann etwa 400km weiter nördlich, nach Hervery Bay, von dort aus gehen nämlich die Fähren nach Fraser Island. Fraser Island ist meines Wissens die größte, völlig aus Sand bestehende Insel der Welt, und nur per Allradfahrzeug erschließbar. Da es in Hervey Bay aber an jeder Ecke Agenturen gibt, um Touren zu buchen, sollte dies kein Problem sein. Unsere weitere Reiseroute sieht dann vor, wieder den südlichen Weg zu nehmen, und wie im vorigem Artikel beschrieben, nach Byron Bay zu fahren. Von dort aus geht es dann wieder ins Landesinnere, zurück zur Thunderbolt Farm. Hier werden wir nämlich die festliche Weihnachtszeit verbringen, und vorher versuchen Arbeit zu finden. Claudia und Keith haben uns nämlich angeboten, dass wir weiterhin hier wohnen dürfen (allerdings nicht im Caravan, sondern in einem kleinen niedlichen Zimmer am Restaurant), was ziemlich großzügig von ihnen ist. Ich persönlich finde diese Idee wirklich gut, da ich Weihnachten in einer richtigen Familie feiern kann, was das erste Weihnachten außerhalb der elterlichen Fürsorge bestimmt ein wenig einfacher macht. Nach Weihnachten werden wir aber dann flugs sehen, dass wir weiterkommen, damit wir auch noch ein bisschen von Australien sehen. Also, die riesigen Pakete, Bierkisten und Schecks bitte an die Adresse der Thunderbolt Farm schicken :-)

Natürlich ist in letzter Woche auch einiges passiert. Der Abend mit den Mädels aus Wallangarra war sehr schön, und wir waren alle ein wenig traurig, dass der Abend schon recht früh zuende war (Die Mädels mussten Morgens um 3.30h aufstehen). Als wir schon alles aufgeräumt hatten und fast bettfertig waren, kam der Anruf, dass das vollgeladene Weibervehikel bei einer verunglückten Wendeaktion im Graben gelandet war. Als Keith mit seinem Allradwagen mit uns zur Unfallstelle fuhr, bot sich uns ein Bild wie im Bilderbuch… Der grüne Wagen war in der Dunkelheit kaum zu erkennen und zudem in einem perfekten 90° Winkel zur Straße rückwärts in den Graben gerutscht. Mit Keith’s starkem Allradwagen haben wir den Partybus dann auch wieder auf die Straße befördert, wo die Mädels dann ihren erfolgreichen Heimweg antraten.

Das Wochenende wurde für uns dann doch sehr stressig. Zum einen kamen Samstags überraschend viele Gäste, zum anderen waren für Sonntag und Montag größere Gruppen angekündigt. Das Motto war „Spanish Night“ – also wurde zum ersten mal die schwarze Hose und das weiße Hemd ausgepackt. Abgerundet mit einer roten Schärpe um meine Wampe versorgten wir dann eine ganze Horde Rentner samt Tänzerin (keine Rentnerin) und Band (vielleicht Rentner, man weiß es nicht). Als Ausgleich spendierte uns Claudia dann den Dienstag Nachmittag. Der vierte November ist in Australien ein großer Tag – Der sogenannte Melbourne Cup findet statt (sinnigerweise in Melbourne)! Man sagt, dass am Tag des Pferderennens Australien stillsteht, was auch teilweise wirklich stimmt. Entweder bleiben Geschäfte gleich geschlossen, oder werden zur Mittagszeit geschlossen. Claudia organisierte uns einen Tisch im Pub in Stanthorpe, wo man ein nettes Mitagessen bekommt, ein Gläschen Schampus und außerdem die Möglichkeit an einem Wettbewerb teilzunehmen, bei dem es darum ging, wer das beste Kostüm sowie die beste Kopfbedeckung hat. Bevor wir unser Mittagessen einnahmen und dem Rennen zusehen konnten, mussten wir jedoch unbedingt das machen, was nahezu jeder volljährige Australier macht: Wetten. Dazu geht man zu einem kleinen Schalter im Pub, füllt, nachdem man sich ausgiebig über Pferde und Geheimtips informiert hat, einen Schein aus, steckt ihn in die Wettmaschine und bekommt eine Quittung ausgestellt. Nun muss man nurnoch hoffen, dass das richtige Pferd auf den richtigen (getippten) Platz kommt. Leider war uns allen das Glück nicht hold, und wir mussten uns von dem Gedanken verabschieden reich zu werden.

Als Trostpreis haben wir in dem Pub dann aber doch noch eine Flasche Schampus gewonnen. Nicht etwa, weil wir ihnen so leid taten, sondern weil in dem Pub so wenige Leute waren, dass es sich gerade traf, dass ich die einzige Person mit Kappe war. Folglich hab ich den Preis für beste Kopfbedeckung gewonnen :-)

Nachdem wir nach dem Rennen noch durch ein paar Pubs gezogen sind, ging es dann wieder ab nach Hause, wo ich den Gasteltern ersteinmal wireless LAN eingerichtet habe und die Computer vernetzt hab.

Eine weitere Neuigkeit ist, dass wir mit dem Umbau für unser Auto verdammt weit gekommen sind. Es hat sich sowiso viel getan in Sachen Auto. Unser Auto ist erfolgreich über den „TÜV“ (Roadworthiness) gekommen, es musste nur ein Reifen gewechselt werden. Für schlappe $25 (nach aktuellem Kurs 12,50€) war die Sache geschehen. Mit der Bescheinigung ging es dann ab zum „Straßenverkehrsamt“ (Queensland RTA) und wir ließen endlich den Wagen auf unseren Namen umschreiben. Nach weiteren $600 waren auch die Steuern für weitere 12 Monate im Voraus bezahlt (Registration Fee), und wir verließen das Büro freudenstrahlend. Die lange Regozeit ist beim Verkauf des Wagens von ernormen Vorteil, da sie den Wert deutlich erhöht. Nun konnten wir uns voll auf den Umbau des Laderaums konzentrieren.

Mittlerweile haben wir ein extrem kompliziertes aber verdammt funktionelles Bett eingebaut, was man tagsüber zur Couch mit Tisch umfunktionieren kann, nachts kann auf einer dicken bequemen Matratze geschlafen werden. Morgen werden wir uns den Schrankbau vornehmen. Wenn unser Werk vollendet ist, werde ich mal ein paar Fotos reinstellen.

2 Responses Subscribe to comments


  1. Jojo

    Und ich dachte ich müsste dir jetzt kein Geschenk schicken :-P so ein misst aber auch ;)
    Wünsche euch viel Spaß im Urlaub, erholt euch gut!

    Lg Jojo

    Nov 05, 2008 @ 16:15


  2. Nikolaus

    Ich kann mich den Worten von Marianne nur anschließen.
    Euren Berichten zu Folge könnt ihr mit der augenblicklichen
    Situation doch ganz zufrieden sein.
    Wie sieht es mit dem Wetter aus – könnt ihr die Badeklamotten schon auspacken ?
    Vielleicht könnt ihr zu Weihnachten bereits den Grill anwerfen.
    Wir wünschen euch von hieraus auf eurer vorweihnachtlichen Tour viel Glück,super Wetter und weiterhin ganz tolle Eindrücke von Australien.

    Die “Daheimgebliebenen” (Magdalena,Michael ……….)

    Nov 06, 2008 @ 17:18

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